Müssen Sie Ihr Land ändern? Da stellt flickr ungewollt eine ziemlich tiefgründige Frage, und die Antwort ist schlicht und ergreifend: Ja!
Am Samstag sind wir in unsere neue Wohnung am Meßdorfer Feld gezogen, und seit heute morgen haben wir auch wieder Telefon und, viel wichtiger, DSL. Geht doch…
Nach vier Jahren und drei Monaten verlassen wir mit einem weinenden und einem lachenden Auge die Bonner Altstadt. Das weinende Auge wird die kleinen Straßen, gemütlichen Kneipen, netten Nachbarn, freundlichen Supermarktkassiererinnen, blühenden Bäume, spontanen und schrägen Begegnungen und vieles andere mehr vermissen. Hier haben Sabrina und ich das Zusammenleben ausprobiert und für gut befunden. Nach unserer Hochzeit habe ich sie dann über die Schwelle unserer kleinen Wohhung getragen, und auch Oskar hat hier die ersten acht Monate seines Lebens verbracht. Und nun ziehen wir weg.
Ganze vier Kilometer weit, an den Rand des Messdorfer Feldes.
Und an dieser Stelle kommt das lachende Auge zum vorschein.
Wir ziehen aus einer schlecht geschnittenen 47 m² kleinen Wohnung aus und in eine ganz hervorragend geschnittene 90 m² Wohnung ein. Diese hat dazu auch noch einen unglaublich großen und trockenen Kellerraum und einen extra Waschkeller. Und einen Flur, von dem man alle Zimmer erreichen kann. Das alles hatten wir vorher nicht. Das Gut Ostler ist nicht weit, auf dem Oskar im kommenden Jahr ein Hofspatz werden soll. Viel Grün, viel Platz, gute Luft, ein kleiner Garten hinter dem Haus und die S-Bahn Station direkt um die Ecke. Was will man mehr?
Vor einigen Jahren hätte ich auf diese Frage noch viele Antworten gehabt, aber vieles ändert sich wenn man erstmal eine Familie gegründet hat.
Also, wer am Samstag zwischen 10 und 16 Uhr gerade nichts zu tun hat kann sich gern als Umzugshelfer melden. =) Als Dank winkt eine lobende Erwähnung hier im Blog und ein Teller leckere Kürbissuppe.
Oskar entdeckt die Welt…
Am gestrigen Morgen war ich zu ungewohnt früher Zeit - 7:20 Uhr - im Büro. Grund dafür war meine selbst so gewählte Aufsicht über die Klausureinsicht, die die Studierenden ab 8 Uhr tätigen konnten. Das eigentlich Erwähnenswerte an diesem Umstand ist jedoch, dass ich den Campus, die Flure, Gebäude etc. lange nicht mehr so verlassen und dunkel erlebt habe. Ich musste erstmal in den Fluren und Treppenhäusern das Licht anmachen, um sicheren Fußes zu meinem Büro zu kommen.
Die Klausureinsichtaufsicht verlief dann dank netter Gespräche mit Kollegen kurzweilig, und ich freute mich auf einen frühen Feierabend. Dieser wurde jedoch mit meiner Ankunft am Bahnhof in Remagen ein wenig getrübt, da im Koblenzer HBF ein Bombenalarm ausgelöst wurde - mit deutlich negativen Auswirkungen auf die Pünktlichkeit der Züge. So kam ich aber immerhin in den Genuss, mit vielen Mitwartenden vergnügliche 70 Minuten auf dem sonnigen Remagener Bahnhof zu verbringen. Und da ich immer ein Buch oder meinen mit Podcasts geladenen MP3-Player dabei habe, konnte ich die Zeit immerhin noch sinnvoll nutzen.
Irgendwann fuhren die Züge jedoch wieder, und wir wurden aus Remagen mit einem lustigen Gleiswechselspiel verabschiedet, bei dem jeder nochmal auf verschiedene Gleise geschickt wurde, um hinterher doch wieder alle auf dem Selben zu landen.
Am späteren Nachmittag habe ich dann noch den vor mehr als sechs Monaten bestellten Sessel aus einem Lager in Graurheindorf abgeholt…ohne Auto…bewaffnet mit einer Sackkarre und der Überzeugung, auch sperrige Gegenstände ohne Auto in die Altstadt transportieren zu können. Somit habe ich immerhin noch den Feierabend vieler meiner lieben Mitmenschen ein wenig erheitert, die mich angesichts des ziemlich großen Pakets auf der im Verhältnis dazu klein wirkenden Sackkarre teils mitleidig lächelnd, teils schadenfroh anblickten. In der S-Bahn entstand dann noch eine kleinere Diskussion darüber, ob man auch mit der S-Bahn umziehen könne - und ich denke man kann! Wenn man bereit ist, oft genug zu fahren. =)
Insgesamt war der gestrige Tag also ein Interessanter, der immerhin noch genug Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben ließ: Mit meinem Sohn spielen, mit meiner Frau zu Abend essen und gemeinsam einen Tatort gucken.
Die Burgerbewegung von Foodwatch ruft zum Boykott von McDonalds auf, weil die vierbeinigen Fleischlieferanten auch mit gentechnisch verändertem Soya ernährt werden. Ich habe früher selber viel Fast Food gegessen, überwiegend von McDonalds. Mit nachweislich ungünstigen Auswirkungen auf meine Gesundheit. Seit etwa 4 Jahren ernähre ich mich nun weitaus bewusster und gesündern, und fühle mich ungleich viel besser. Bleibende Schäden habe ich übrigens, so weit ich weiß, keine. =)
McDonalds lässt in Deutschland jedes Jahr 39.000 Tonnen Rindfleisch zu Burgern verarbeiten, das von etwa 100.000 landwirtschaftlichen Betrieben stammt. Die Tiere bekommen neben Futter wie Gras oder Heu auch die tägliche Ration so genanntes Milchleistungsfutter zu fressen. Dieses enthält acht bis zehn Prozent Soja, wovon ein großer Teil gentechnisch verändert ist.
Und wer oder was ist Foodwatch?
Foodwatch informiert Verbraucher über Gift im Essen, über die Drahtzieher von Gammelfleischskandalen und darüber, ob Bio wirklich Bio ist. Mit Recherchen, Kampagnen und vor Gericht kämpft foodwatch für die Rechte der Verbraucher - und vor allem für Transparenz im Markt. Damit alle wissen, was sie essen. foodwatch ist gemeinnützig, unabhängig und finanziert sich ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden.
Diese recht provokante Aussage stammt von dem Verkehrswissenschaftler Hermann Knoflacher, genauer gesagt aus einem ungemein lesenswerten Interview welches er der Zeit gegeben hat.
Ein normaler Mensch würde unseren derzeitigen Lebensraum als total verrückt bezeichnen! Wir ziehen uns mehr oder weniger freiwillig in abgedichtete Häuser mit Lärmschutzfenstern zurück, um den Außenraum dem Krach, dem Staub und den Abgasen der Autos zu überlassen. Das ist doch eine völlige Werteumkehr, die uns nicht einmal mehr auffällt.
Recht hat er! Straßen und Autos wird in unserem Leben und unseren Städten viel zu viel Raum zugesprochen. Der tägliche Verkehrsinfarkt wird stillschweigend hingenommen, weil die meisten Autofahrer ja sowieso allein in ihrem meist für wenigstens vier Personen konstruierten Vehikel sitzen. Und wenn man sich dann durch den Feierabendverkehr gequält hat, sucht man auch gern noch ein paar Minuten nach einem schönen und möglichst wohnungsnahen Parkplatz.
Wieviel Zeit dabei verloren geht!
Und im Auto kann man ja noch nicht einmal wirklich viele sinnvolle Dinge tun. Lesen? Intensiv Nachdenken? Schreiben? Fehlanzeige. Aber die Langeweile wird ja schön von den vielen geklonten Radiostationen übertönt. Die wenigen Leuchtfeuer der intelligenten Radiounterhaltung wie z.B. Deutschlandradio Kultur oder WDR5 finden leider nur selten einen festen Platz in den inzwischen schon recht geräumigen Speicherchips der Autoradios, und wessen Gerät nicht einen USB- oder iPod-Anschluss aufweist, muss auch auf Podcasts verzichten.
Ich spreche dabei übrigens aus Erfahrung, da ich bis vor drei Jahren auch noch ein Auto besaß und oft nutzte. Seit ich er verkauft habe, habe ich viel mehr Zeit für sinnvollere Dinge als stumpf hinterm Steuer zu sitzen, ich bewege mich mehr, fühle mich besser, bin gesünder und verschmutze meine und eure Umwelt viel weniger.
Gut, ich wohne äußert zentral in der Bonner Altstadt, und was ich zum täglichen Leben brauche kann ich innerhalb von 10 Minuten zu Fuß erreichen. Aber das können die meisten Stadtbewohner auch. Ich pendele jeden Tag 20 km mit Fahrrad und Bahn zu meinem Arbeitsplatz, und bin dabei schneller als mit dem Auto.
So, das Posting ist nun doch ausschweifender geworden als geplant, aber das Thema reizt mich einfach zu sehr. Knoflacher sagt:
Menschliche Mobilität entsteht immer infolge einer Mangelerscheinung vor Ort.
Wäre es da nicht sinnvoller die Mangelerscheinungen zu reduzieren?
Letzte Nacht bin ich mit einem höchst unguten Gefühl aufgewacht. Die ersten paar Sekunden der nächtlichen Unterbrechung war mir absolut klar, dass ich die anstehende Klausur nicht bestehen würde. Ich hatte nicht gelernt, das Thema interessierte mich nicht und ich war kurz vor dem Ende meines Studiums. Dieses Bild hatte ich ziemlich klar vor Augen.
Dann viel mir ein, dass ich ja überhaupt keine Klausuren mehr schreiben muss, weil ich mein Studium bereits im März 2006 erfolgreich abgeschlossen habe. Erleichtert bin ich dann wieder eingeschlafen.
Normalerweise kann ich mich an Träume nicht erinnern. Die Erinnerungen an sie verschwimmen sobald ich aufwache. Aber dieser Traum und dieses ungute Gefühl waren so intensiv, so bedrückend, dass sie mir im Gedächtnis geblieben sind. Während meines Studiums hatte ich - so weit ich mich erinnere - nie schlechte Träume vor Klausuren. Vielleicht ist mein Unterbewusstsein ja ein bisschen langsam und hat jetzt gemerkt, dass es damals was verpasst hat. Hm, ich bin mal gespannt ob das noch öfter vorkommt…
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