Der Weg von der S-Bahn-Haltestelle Dransdorf zu meiner Wohnung ist etwa 800 Meter lang, und entsprechend schnell zurückzulegen. Auf diesem kurzen Weg habe ich eben zwei Mütter ihre Kinder folgendermaßen rufen gehört:
Mutter 1 - Schonntall, Schackeline, Tschasstien, Keffien, kommt jetzt zu mich her.
Harter Tobak, gelle? Kommt noch besser.
Mutter 2, kurze Zeit später - Schackira, Anastasia, nu tut nich so trödeln.
Ich wäre auf offener Straße fast zusammengebrochen, wenn mir die armen Kinder nicht so leid tun würden. Namen sind nicht nur Schall und Rauch, sondern transportieren eine ganze Menge an Gefühlen, Informationen und Vorurteilen. Man sollte sich also gut überlegen, mit welchem Namen man sein Kind ins Leben schickt, und ob der vielleicht sogar noch zum Nachnamen passt. Ein Pharell Justin Krcysztakovicz (gesehen in einer Geburtsanzeige) wird es vermutlich im Leben nicht gerade leicht haben.Manchmal habe ich das Gefühlt, das Leben parodiert sich hier selbst.
In ein paar Jahren können Grundschullehrer in der Klasse wahrscheinlich die Popcharts von 2006 bis 2010 vorlesen und es meldet sich mindestens ein Kind, dass mit so einem Namen gestraft ist.
Ich will wieder zurück in die Altstadt…da können die Eltern die internationalen Namen ihrer Kinder immerhin richtig aussprechen.
Gerade gefunden: Schakkeline ihr Fanshop
Und hier gibt es noch mehr davon.
Information is shock resistance. Go arm yourself.
Nach dem jammervollen Brief der sich selbst so bezeichnenden Musikindustrie und vieler ihrer bemitleidenswerten Abhängigen an Frau Merkel hat das Internet nun geantwortet:
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
gestern war der Tag des des geistigen Eigentums, und sie haben einen Brief von einhundert selbstlosen Kulturschaffenden erhalten, die aufgrund der unmoralischen Nutzung des Internets in Sorge sind, dass der Nachwuchs demnächst für sein Geld dauerhaft hart zu arbeiten gezwungen sein könnte und niemand mehr mit einem einzigen Supererfolg für alle Zeiten ausgesorgt haben wird.Kulturschaffende waren bereits im vorigen Jahrhundert durch das Aufkommen von Kompaktkassetten, Videorecordern, Photokopiergeräten und CD-Brennern vom Ruin bedroht. Als plötzlich jedermann Kopien und Mitschnitte von Rundfunksendungen anfertigen konnte und diese an alle seine Freunde verschenkte, hat das die Kultur zwar beflügelt, aber das konnte ja niemand wissen. Das darf sich nicht wiederholen. Diesmal muss der Fortschritt aufgehalten werden. Im 19. Jahrhundert zerstörte die ungehinderte Einführung von Kältemaschinen eine florierende weltweite Eistransportindustrie, und im 20. Jahrhundert trieb der Verbrennungsmotor zahlreiche Dampfmaschinenhersteller und Pferdezüchter in den Ruin. Weltweit gingen Millionen von Arbeitsplätzen verloren, Aktionäre gingen bankrott. Diese Beispiele zeigen, daß der technologische Fortschritt mit Leichtigkeit höchst erfolgreiche Geschäftsmodelle zerstören kann, was für die Betroffenen sehr unangenehm ist.
Dank Ihres vorbildlichen Einsatzes, Frau Bundeskanzlerin, haben die Chinesen völlig damit aufgehört, einfach etwas zu kopieren, leben im Wohlstand und schützen ihre Bürger vorbildlich vor gefährlichen Inhalten aus dem Internet. Auch England und Frankreich nehmen sich bereits ein Beispiel an China.
In Deutschland dagegen wurden allein im vergangenen Jahr
über 300 Millionen Musikstücke im Wert von 100-200 Millionen Euro illegal aus dem Internet heruntergeladen. Im Durchschnitt hat sich also jeder Bundesbürger einen unrechtmäßigen Vorteil von fast 2 Euro verschafft, zehnmal mehr, als legal verkauft wurde. Welch Wachstum und Wohlstand für Deutschland hätte man mit 100 Millionen Euro mehr in den Händen der Contentindustrie wohl erreichen können?Die Versuche, dem Verbraucher mit technischen Mitteln unmoralische Handlungen zu erschweren, waren überraschenderweise kontraproduktiv, da offenbar trotz aller Aufklärungsbemühungen nur wenige Konsumenten bereit sind, für defekte Produkte bei eingeschränkter Vielfalt Geld auszugeben, während funktionierende Produkte in voller Vielfalt einfach so aus dem Internet heruntergeladen oder von Freunden kopiert werden können. Aber das Internet wurde schliesslich nicht erfunden, um frei Informationen auszutauschen, sondern schnell viel Geld zu verdienen zu können.
Es kann nicht sein, dass weiterhin alle Bevölkerungsschichten, darunter auch viele mittellose Jugendliche und das sozial Schwache sich für wenig Geld Kulturgenuss verschaffen und dafür gerade einmal 6.7 Mrd. Euro Rundfunkgebühren, hunderte Millionen an Pauschalabgaben und Milliarden an Mehrwertsteuern auf technische Geräte entrichten? Oder noch schlimmer, sich vielleicht Fernsehaufzeichnungen mit herausgeschnittener Werbung ansehen? Diese existentielle Bedrohung des Nachwuchses unserer Kulturelite ist eine Bedrohung Deutschlands als Kulturstandort, so wie wir ihn kennen.
Was, wenn jeder Film, jedes Musikstück und jedes Buch, das jemals aufgezeichnet wurde, legal heruntergeladen werden könnten, statt kontrolliert vermarktet und rechtzeitig entsorgt zu werden, um Neuem Platz zu machen? Da müsste der Nachwuchs ja bessere Produkte liefern als die Alten, und man müsste selbst entscheiden, was man rezipieren soll, oder sich auf Empfehlungen von Freunden verlassen, statt wie bisher bequem ummarktet zu werden.
Und Sie können es unmöglich zulassen, dass Nachwuchstalente unter Umgehung der etablierten, hoch entwickelten Verwertungskonzerne direkt an den Verbraucher verkaufen. Schliesslich tragen diese Konzerne mit ihren selbstlosen Spenden erheblich zur politischen Willensbildung in unserem Land bei. Die Musik und Filmindustrie (1,6 bzw. 3 Mrd. € Umsatz) darf nicht weiterhin nur ein Mitesser am Gesäß der IT-Industrie (134 Mrd. €) bleiben, denn sie versorgt viele Stars, die wichtige Multiplikatoren sind und mit denen Sie, Frau Bundeskanzlerin, es nicht nicht verscherzen sollten. Bitte sorgen Sie dafür, das die Contentindustrie sich an prominenterer Stelle im Wirtschaftskreislauf festsetzen und sich ungehindert ausbreiten kann.
Ihre möglicherweise bestehenden Befürchtungen hinsichtlich der Popularität der notwendigen Massnahmen sind verständlich, aber Sie können sicher auch hier erfolgreich auf europäische Richtlinien verweisen, die umgesetzt werden müssen. Erfreulicherweise konnte ja Deutschland bereits dank der kostenlosen Mitarbeit von Konzernvertretern in den Ministerien deutliche Fortschritte bei der Wirtschaftsfreundlichkeit der Gesetze erreichen.
Geistiges Eigentum ist das Öl des 21. Jahrhunderts. Wo kämen wir da hin, wenn jeder Bürger in unserem Land Öl beliebig und zu geringen Kosten vervielfältigen könnte? Wir, das Internet, möchten Sie daher bitten, die Angelegenheit zur Chefsache zu machen, da es wohl derzeit kaum wichtigere Probleme gibt, um die Sie sich kümmern müssten.In Hoffnung auf ihre Unterstützung und mit freundlichen Grüssen
Das Internet
[Quelle]
Schöner hätte man es kaum ausdrücken können…
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Die passenden Antworten dazu gibt es bei Nerdcore und bei Angriff auf die Urteilskraft.
So, das wird ein kleines Experiment im Liveblogging, was ich bisher noch nicht gemacht habe.
Hier erstmal kurz eine Beschreibung zum Panel:
Soziale Medien bieten gerade zivilgesellschaftlichen Organisationen und Initiativen viele Möglichkeiten, auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. In dieser Diskussion sollen verschiedene Ansätze aus verschiedenen Blickwinkeln gezeigt werden, wie man die neuen Rahmenbedingungen des Netzes mittlerweile nutzen kann, um Politik zu organisieren, sich zu vernetzen, sowie neue Kampagnen-Formen und neue Organisationsstrukturen auszuprobieren.
Mit dabei sind:
Volker Gassner, Christian Scheifl, Geraldine Bastion, Markus Beckedahl, Benedikt Köhler
Merke gerade, dass ich Christian Scheifl und Benedikt Köhler schon in Bamberg bei "Das neue Netz" getroffen habe (veranstaltet von der FoNK).
So, Vorstellung ist vorbei, Volker Gassner von Greenpeace legt los:
Web 2.0 bildet eher die reale Welt ab als bisher. Aktionen online oder auf der Straße gleichen sich mehr an und unterstützen sich gegenseitig. Greenpeae hat viel Erfahrung in der Herstellung von öffentlicher Aufmerksamkeit, muss aber noch besser werden digitale Öffentlichkeit zu mobilisieren.
Ziele der neuen Internetstrategie von Greenpeace:
===
So, Netz war kurz weg, Kernaussage der übrigen Panelteilnehmer war aber ungefähr, dass "Straßenkampagnen" von "Onlinekampagnen" angestoßen und unterstützt werden können und sollten. Zusammen sind die beiden Kanäle am Wirkungsvollsten, wie z.B. die von Netzpolitik.org organisierte Demonstration gegen die Vorratsdatenspeicherung letztes Jahr in Berlin, zu der 15.000 Menschen gekommen sind. Die Massenmedien haben dieses Thema bis zu den jeweiligen Bschlüssen in Brüssel und Berlin fast komplett ignoriert.
Eine Studie zum Aktion "Free Burma" zeigt, dass Blogs durchaus geeigent sind, weltweit Aufmerksamkeit auf ein Thema zu lenken. Am 4. Oktober 2007 posteten viele tausend Blogs weltweit Texte, Bilder und Videos über Burma und die dortige Situation, was von den Massenmedien aufgegriffen und verstärkt wurde. Die Umfrage zeigt, dass Blogger sich relativ leicht von anderen Bloggern zu Handlungen und politischen Aktionen bewegen lassen - im Gegenteil zum klassischen Infostand in der Fußgängerzone, an dem die meisten Menschen achtlos vorbeilaufen.
Führt das Web 2.0 also zu einer neuen Öffentlichkeit im Netz, die auf der Straße zunächst mal nicht zu sehen ist? Und was hat das für Effekte auf die Politik und Entscheidungsträger, die ja auf dem digitalen Auge oft Blind sind. Wie ist die politische Wirkung?
Volker Gassner von Greanpeace: Durch eine Veröffentlichung im Netz von Lobbyisten und deren Einfluss in der Politik wird schon mal mehr Transparenz hergestellt. Green IT wurde von Greenpeace zum Teil mit angestoßen und in die großen Unternehmen getragen.
Beitrag auf dem Publikum: Am wichtigsten ist aber trotzdem der reale Kontakt mit den Menschen. Dieser kann durch Web 2.0 Werkzeuge zwar wunderbar unterstützt, aber nicht abgelöst werden. Regionale Gruppen werden benötigt um wirkliche "Straßenaktionen" vor Ort durchzuführen.
Greenpeace wurde von vielen Bloggern als Vorbild genommen, auch wenn Greenpeace bis vor wenigen Monaten überhaupt keine Web 2.0 Werkzeuge eingesetzt hat. Trotzdem Vorbildcharakter, weil durch kleine kreative Aktionen Aufmerksamkeit erzeugt wurde.
Jedes Handy hat inzwischen eine Foto- und/oder Videokamera, mit der man direkt und fast live berichten kann. Aufnehmen, hochladen, fertig.
Thema Fundraising: Bei Aktion Mensch und Greenpeace noch kein Zusammehang zwischen Web 2.0 und steigenden Spenden zu sehen, aber Verdacht liegt nahe. Durch Blogs etc. können mehr Menschen wirklich eingebunden und somit näher an die Organisation gebracht werden. Greenpeace wird noch mehr Wert auf Transparenz der Mittelverwendung legen.
Kurzes Zwischenfazit:
Selbstorganisation wird durch Web 2.0 leichter und initiiert bzw. unterstützt große Aktionen und Kampagnen, die ohne Web 2.0 nicht (oder nur extrem schwer) umsetzbar wären. Man kann viel Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit erreichen ohne Geld auszugeben.
Weiter geht es. Wie kann man Aufmerksamkeit auf unpopuläre Themen lenken? Gibt es eine Überforderung der User? Zu viel, zu schnell, zu unübersichtlich? Communityoverload? Wie kann man Boote vor Heiligendamm beim G8-Treffen noch toppen? Oder sollen die Bilder nur über andere Kanäle verbreitet werden? Medienhacking?
Greenpeace hat ein Problem mit Aktionsoverload. Deshalb sollen wenige, aber große Aktionen gestarter werden, in die viele Menschen eingebunden werden. Innerhalb dieser großen Themen kann es dann viele kleine und regionale Aktionen geben, die durch Web 2.0 unterstützt werden.
Aktion Mensch hat die Aktion "1000 Fragen" mit massiver Werbung und viel Geld (10 Millionen Euro) gestartet und erst dann ins Netz übertragen. Also Koppelung von traditionellen Medien mit Web 2.0. Trotz viel Werbung und viel Geld sind "nur" 11.000 Fragen gestellt worden. Erfolg? Erwartung erfüllt? Ja, weil Aufmerksamkeit sehr hoch war und wichtige Fragen und Themen unserer Zeit mehr ins gesellschaftliche Rampenlicht gerückt wurden. Über 2 Millionen Visits seit beginn der Aktion. Über 2200 neue Projektideen sind entstanden, die aus diesem Budget auch unterstützt werden.
Vielleicht war es nicht der "Megaerfolg" weil die Aktion zu stark zentralisiert war? Weil thematisch zu weit gefasst? Weil Aktion Mensch nicht cool genug ist?
Dafür läuft Aktion sehr lang und stabil mit hoher Sichtbarkeit, im Gegensatz zu kurzen Strohfeuern wie Free Burma, die zwar in kurzer Zeit extrem viel Aufmerksamkeit bekommen, aber nach wenigen Tagen wieder vergessen sind.
So, Abschlussrunde, so schnell kann es gehen.
Schleusen in die Blogosphäre nutzen? Grenzen zwischen "Mitmacher" und "Organisator" verwischen. Jeder muss sich für etwas einsetzen - Gleichgültigkeit ist das größte Problem. Und das wird durch Web 2.0 einfacher. Jeder kann publizieren, seine Stimme erheben und sich vernetzen. Organisationen müssen lernen mit Offenheit umzugehen. Organisationen können von der Blogosphäre viel lernen.
Kurzer Hinweis von Netzpolitik.org - am 14. und 15. Juni in Berlin wird es ein Socialcamp geben - www.socialcamp.mixxt.com
Im Presse- und Blogspiegel wurde und wird laufend alles nötige zur re:paprikapublica gesagt. Alles? Nicht ganz! Noch keiner hat erwähnt, dass die Stühle hier in jedem Saal total unbequem sind. Nach spätestens 15 Minuten tut mir entweder mein Rücken oder meine Bauchmuskeln weh, je nachdem ob die Lehne zu schmal oder zu schräg ist. Tja, aber faul rumsitzen soll hier ja auch keiner, gelle? Ist ja schließlich alles Web 2.0, total offen, dynamisch, semantisch und so weiter.
Aber ein bisschen Gemütlichkeit wär trotzdem schön…
So, gleich wird hier Geld verdient mit Blogs - reloaded. Der Saal ist voll…
Dieser Film wird ohne Frage eine gewaltige Kontroverse auslösen. Religiöse Toleranz hat auch ihre Grenzen, aber wird dieser Film diese Botschaft auch transportieren können?
Am Wochenende habe ich meine Familie in Lübeck besucht, und bei einem gemeinsamen Spaziergang diese schöne Pflanze entdeckt. Die Farben und die Blattstruktur haben mir gefallen, also habe ich ein Foto davon gemacht.
Nachdem ich wieder in Bonn war, habe ich das Foto zu flickr hochgeladen und mit dem schönen Titel "Was ist das?" versehen. Ich habe das Bild auch in einige Gruppen von Natur- und Planzenliebhabern einsortiert, ohne jedoch ernsthaft eine Antwort zu erwarten.
Dann kam der erste Kommentar von jrix: "Yes, it is a Japanese Aucuba (Aucuba japonica 'Veragata'). Beautiful photo."
Meine Antwort: "Wow, thank you very much! I never really expected anyone to answer my question…nice surprise. =)"
jrix: "You are very welcome. I have several of these in my yard. Both a male and a female shrub are needed in order for the female plant to have berries. There are many varieties. Some have plain green leaves and others have much more yellow than the variety in your beautiful image. I don't speak German, but I guess most every one knows "What is that?". :o)"
Ist das nicht toll? Da antwort mir eine ehemalige Schulbibliotheksangestellte aus Maryland, USA, die erst seit etwa einem Jahr überhaupt digitale Fotos macht und von einem Freund von flickr erfahren hat.
I am new to digital photography, only about one year. But I love to be out in the yard and garden with camera in hand looking for something interesting to capture. Right now all of my pictures will be taken somewhere on our two acres of land in Maryland, USA. My friend, Dark Spinner, talked me into going on Flickr. I am so glad that she did!
So am I, jrix.
If we're going to achieve a lasting peace in the knowledge wars, it's time to set property aside, time to start recognising that knowledge - valuable, precious, expensive knowledge - isn't owned. Can't be owned. The state should regulate our relative interests in the ephemeral realm of thought, but that regulation must be about knowledge, not a clumsy remake of the property system.
Please read the whole article "Intellectual property" is a silly euphemism, written by Cory Doctorow for The Guardian.
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