Der Weg von der S-Bahn-Haltestelle Dransdorf zu meiner Wohnung ist etwa 800 Meter lang, und entsprechend schnell zurückzulegen. Auf diesem kurzen Weg habe ich eben zwei Mütter ihre Kinder folgendermaßen rufen gehört:
Mutter 1 - Schonntall, Schackeline, Tschasstien, Keffien, kommt jetzt zu mich her.
Harter Tobak, gelle? Kommt noch besser.
Mutter 2, kurze Zeit später - Schackira, Anastasia, nu tut nich so trödeln.
Ich wäre auf offener Straße fast zusammengebrochen, wenn mir die armen Kinder nicht so leid tun würden. Namen sind nicht nur Schall und Rauch, sondern transportieren eine ganze Menge an Gefühlen, Informationen und Vorurteilen. Man sollte sich also gut überlegen, mit welchem Namen man sein Kind ins Leben schickt, und ob der vielleicht sogar noch zum Nachnamen passt. Ein Pharell Justin Krcysztakovicz (gesehen in einer Geburtsanzeige) wird es vermutlich im Leben nicht gerade leicht haben.Manchmal habe ich das Gefühlt, das Leben parodiert sich hier selbst.
In ein paar Jahren können Grundschullehrer in der Klasse wahrscheinlich die Popcharts von 2006 bis 2010 vorlesen und es meldet sich mindestens ein Kind, dass mit so einem Namen gestraft ist.
Ich will wieder zurück in die Altstadt…da können die Eltern die internationalen Namen ihrer Kinder immerhin richtig aussprechen.
Gerade gefunden: Schakkeline ihr Fanshop
Und hier gibt es noch mehr davon.



Ich hätte da noch den Sohn unserer ehemaligen Nachbarn anzubieten: Tyron!
Teirrrooooon! .. ich hab ihn immer liebevoll “Kleiner” genannt .. was anderes war einfach nicht möglich!